4. Advent und Christvesper / -nacht bzw. Hl. Abend / Hl. Nacht (24.12.23)

4. Adventsonntag und Christvesper / -nacht bzw. Hl. Abend / Hl. Nacht (24.12.23)

ev. Predigttext kath. 1. Lesung kath. 2. Lesung kath. Evangelium
Jes 62,1-5 2 Sam 7, 1-5.8b-12.14a.16 Röm 16, 25-27 Lk 1, 26-38
Chr.-Vesper: Gal 4,4-7
Chr.-Nacht: Lk 2,1-20
Hl. Abend: Jes 62, 1-5
Hl. Nacht: Jes 9, 1-6
A.: Apg 13, 16-17.22-25
Nacht: Tit 2, 11-14
Abend: Mt 1, 1-25
Nacht: Lk 2, 1-14

Das Besondere

Der 24.12. ist fĂŒr fast alle Menschen etwas Besonderes. Er trifft dieses Jahr mit dem 4. Advent zusammen. Das Besondere: Die Erwartung, die Hoffnung auf die Geburt des Christkindes kommt mit dem Tag zusammen, an dem wir Christen die Geburt von Jesus Christus feiern. Weihnachten ist in unserer Zeit ein Fest, das viele Menschen anspricht, man beschenkt sich, stille Momente, gutes Essen und Trinken, Begegnung mit anderen Menschen, aber auch Vereinzelung, Obdachlosigkeit, Armut und Gewalt treffen aufeinander. Weihnachten sind die Herzen vieler Menschen etwas geöffnet, offen und wir suchen ein „Zuhause", eine „Zuflucht".

Gott kommt auf die Erde!

In meine Welt schaut etwas GrĂ¶ĂŸeres hinein.

Ich kann mich ausrichten, auf das, was gekommen ist, kommt und kommen wird. Der Grund ist uns geschenkt und wir können das Kind, den Sohn Gottes, den Retter und Heiland annehmen.

Die Weihnachtsgeschichte Lk. 2 1-20

Sie wird schon etwa 2000 Jahre erzÀhlt und vorgelesen. Welche Bekanntheit und Nachhaltigkeit!

Sie tut gut, erreicht die Herzen und gehört zum Weihnachtsfest. Sie schafft eine positive AtmosphĂ€re und schenkt Hoffnung. Sie erzĂ€hlt die Geschichte von Jesu Geburt. Sie berichtet von dem Engel, der sagt: „Habt keine Angst! Ich bringe Euch gute Nachricht"... Heute wurde in der Stadt Davids euer Retter geboren. Christus, der Herr!" (Lk. 2 10-16). Sie hat Ideelles und Religiöses zum Inhalt.

Die Hirten, die ihre Herden bewachten, werden vom Engel angesprochen und gehen nach Betlehem. Sie sind die ersten, die Maria, Josef und das Kind in der Krippe sehen. Etwas Außerordentliches, etwas das viele Menschen bis heute anspricht und mit sich nimmt. Etwas, das eine große Hoffnung ist und schon 2000 Jahre anhĂ€lt. Die Hirten loben Gott fĂŒr das, was sie sehen dĂŒrfen und kehren zu ihren Herden zurĂŒck, um sich um die Tiere zu kĂŒmmern.

Eine großartige Geschichte, immer wieder erzĂ€hlt, gespielt und erlebt. Sie berichtet uns von Herden und Hirten, vom Stall und der Futterkrippe, von einfachen VerhĂ€ltnissen, vom Frieden, von Ehre und von Gottes Kind, einfach, schlicht und in einer zugewandten Sprache.

Weihnachten

„Wir können nicht die Zeit anhalten, aber innehalten können wir zu jeder Zeit", Kurt Haberstrich. Besinnlich werden in einer Zeit, wo Hektik und Orientierung nach Mehrwert den Weg bestimmen, ist wichtig fĂŒr die Seele. Advent, die Erwartungszeit und Weihnachten, die Geburt eines Kindes, bieten eine andere Perspektive an. „FĂŒrchte Dich nicht". Wir sind in Deutschland und in der EuropĂ€ischen Union, haben viele Möglichkeiten und gute Voraussetzungen. Nutzen wir diese positive Ausgangslage. Frieden, Miteinander, Achtsamkeit, Freundlichkeit, SolidaritĂ€t, Ehrlichsein, und demokratische Strukturen sind uns gegeben. Wir haben die Chance unser Leben zu gestalten und uns fĂŒr Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.

Wir sind gesegnet und können anderen ein Segen sein. Anderen in der Welt, Anderen bei uns. Nutzen wir unsere Quellen, die Zusage: „FĂŒrchte Dich nicht", unsere Kraft unser verbunden sein in Netzwerken und Freundeskreisen, nutzen wir die Kirche, um eine fruchtlose, bessere, gerechtere Gesellschaft anzustreben. UnterstĂŒtzen wir uns und andere Menschen. Gehen wir los, gehen wir auf den Weg der Gastfreundschaft, des Respekts, der Toleranz und der NĂ€chstenliebe. Gehen wir los, so wird auf uns Hoffnung, Freude, Licht und Zuversicht zukommen. Die Weihnachtsbotschaft ist die stĂ€rkste Hilfe gegen den Virus des Nationalismus, der Zerstörung der Lebensgrundlagen, der Fremdenfeindlichkeit, der Spaltung der Gesellschaft und des religiösen Fanatismus. Weihnachten ist das Fest der Liebe. Das Kind kommt zu uns, ist gekommen und wird kommen. Jesu Botschaft ist die der Liebe und des Friedens auf Erden. Das Tor zur „schönen Welt" steht offen. Die Welt in der Hand eines Kindes. Gehen wir dem Kind entgegen.

Gesammelte Hoffnungen und WĂŒnsche vor Weihnachten 2023

Wie wollen wir leben? Worauf hoffen wir? Was wĂŒnschen wir uns?

Frieden, dass es die Welt mit uns aushÀlt und nicht auseinanderbricht.
Gesundheit und ein langes Leben; RĂŒckkehr zur TiefgrĂŒndigkeit; VernĂŒnftiges Miteinander von allen; Dass mehr Vernunft einzieht in die Menschen und die Welt; Optimismus; Dass mehr Menschen klarer werden, positiv denken und handeln; Dass die Vernunft die Oberhand gewinnt; dass Menschen mit dem zufrieden sind, was sie haben: Fairer Umgang miteinander, auch mit Andersdenkenden; Dass wir uns gegenseitig achten, so wie wir sind; Dem anderen Respekt zollen: Beten und nachhaltig Leben; Kleine Momente der Freude wahrnehmen, Sonnenaufgang; dass wir glĂŒcklicher werden; ohne Ausbeutung „Leben in Balance"; Frieden schaffen ohne Waffen;

Frieden

Der Engel wĂŒnscht uns Menschen Frieden auf Erden. Weihnachten ist mit dem Wunsch nach Frieden verbunden. Jesus ist der FriedensfĂŒrst. Mit Jesus kommt eine gewaltige, gewaltfreie Idee zu uns Menschen. "Friede sei mit euch" ist ein hĂ€ufig wiederkehrender Wunsch. Jesus Christus hat Frieden gepredigt, nicht Hass. Er hat Gewalt nicht legitimiert.
Der Frieden Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne im Namen Jesu Christi. Er bewahre unsere Herzen und Sinne. Unsere Herzen wollen keinen Krieg, keine Zerstörung der Schöpfung. Das Herz will Harmonie, WĂ€rme, Freude, Wohlsein. Lassen wir uns von unseren Herzen leiten. Der Friede Gottes bewahre uns und die anderen Menschen vor Krieg, er bewahre uns vor Politikern und Politikerinnen, die diese Welt bereit sind auszuliefern. „Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein." Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1948. Der Frieden Gottes verschaffe uns Menschen, den Tieren und den Pflanzen in Kriegs- und Krisengebieten, Waffenruhe und Frieden. Der Engel wĂŒnscht uns: Frieden auf Erden.

Weihnachten 2023 möge ein friedliches und gesegnetes Fest sein.

Wolfgang Musigmann, Erfurt

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