21. Sonntag nach Trinitatis / 30. Sonntag im Jahreskreis (25.10.15)

Vorschläge der Perikopenrevision (EKD/VELKD/UEK): 1Mose 13,1-
12(13-18);
Mt 5, 38-48; Eph 6,10-17;
Jer 29,1.4-7(8-
9)10-14;
Mt 10,34-39;
Joh 15,9-12
(13-17) [www.stichwortp.de]

 

21. Sonntag nach Trinitatis / 30. Sonntag im Jahreskreis

ev. Predigttext kath. 1. Lesung kath. 2. Lesung kath. Evangelium
Mt 5, 38-48 Jer 31, 7-9 Hebr 5, 1-6 Mk 10, 46-52

Die Stellung im Kirchenjahr und das Proprium des Sonntags

Dieser Sonntag gehört zu den Tagen, die abhängig vom jeweiligen Ostertermin nicht in jedem Kirchenjahr begangen werden. Die Proprien im evangelischen und römisch-katholischen Lesejahr unterscheiden sich: Proprium des 21. Sonntags nach Trinitatis ist die „geistliche Waffenrüstung“, wie sie in der Epistel Eph 6, 10-17 angesprochen ist. Im Zentrum des 30. Sonntags im Jahreskreis dagegen steht das Vertrauen auf die rettende Kraft des Messias.

Aspekte von Nachhaltigkeit in den Lesungstexten

Mt 5, 38-48

„Um Frieden zu schaffen braucht es mehr Mut als zum Krieg führen.“, hat Papst Franziskus am Pfingstsonntag 2014 während seines Friedensgebets mit Palästinenserpräsident Abbas und Israels Staatschef Peres betont (http://www.sueddeutsche.de/panorama/friedensgebet-im-vatikan-papst-fordert-mut-von-peres-und-abbas-1.1991483). Jesu Worte über das Vergelten und sein Aufruf zur Feindesliebe können daher als Aufforderung zu einer mutigen und nachhaltigen Politik des Friedens verstanden werden. Wer dazu beitragen möchte, dass Menschen und alle Kreaturen auf diesem Planeten gut miteinander leben können, muss Hass und Krieg beenden und mit der geistlichen Waffenrüstung, die Jesus hier nennt, für ein versöhntes Miteinander streiten.

Jer 31, 7-9 und Mk 10, 46-52

Dass die Leseordnung diese beiden Texte zusammen stellt, macht die endzeitliche Dimension der Heilungen Jesu deutlich. In dieser Perspektive der Endzeit hat aber auch die Frage nach einem nachhaltigen Miteinander ihren Platz: Was brauchen Blinde, Lahme, Schwangere und junge Mütter (die herausgehobenen Personengruppen aus Jer 31), um bis zum Anbruch der Endzeit in Würde leben zu können? Die soziale Dimension von Nachhaltigkeit kann gut zum Thema der Predigt werden…

Hintergrund: Das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit

Anschließend an den Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen beschreibt die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Schutz des Menschen und der Umwelt“ Nachhaltigkeit als die Konzeption einer dauerhaft zukunftsfähigen Entwicklung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension menschlicher Existenz. Diese drei Säulen der Nachhaltigkeit stehen miteinander in Wechselwirkung und bedürfen langfristig einer ausgewogenen Koordination.

  • Ökologische Nachhaltigkeit: Sie orientiert sich am stärksten am ursprünglichen Gedanken, keinen Raubbau an der Natur zu betreiben. Ökologisch nachhaltig wäre eine Lebensweise, die die natürlichen Lebensgrundlagen nur in dem Maße beansprucht, wie diese sich regenerieren.
  • Ökonomische Nachhaltigkeit: Eine Gesellschaft sollte wirtschaftlich nicht über ihre Verhältnisse leben, da dies zwangsläufig zu Einbußen der nachkommenden Generationen führen würde. Allgemein gilt eine Wirtschaftsweise dann als nachhaltig, wenn sie dauerhaft betrieben werden kann.
  • Soziale Nachhaltigkeit: Ein Staat oder eine Gesellschaft sollte so organisiert sein, dass sich die sozialen Spannungen in Grenzen halten und Konflikte nicht eskalieren, sondern auf friedlichem und zivilem Wege ausgetragen werden können.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Drei-S%C3%A4ulen-Modell_%28Nachhaltigkeit%29, aufgerufen am 11.06.2014)

 Dr. Wolfgang Schürger, München